1Live am Donnerstag Nachmittag: ein Beitrag über den Organisator der Weltmeisterschaften im Rückwärtslaufen – und das in Essen! Klingt witzig, fand ich – das musst du dir unbedingt anschauen. Aber als dann abends beim Lauftraining die ersten Gespräche darüber aufkamen und wer so alles mitmachte, war für mich klar, dass gucken alleine nicht reicht.
Also ab nach Hause und noch in Sportklamotten die Homepage des Veranstalters aufgesucht. Nach einem kurzen Abgleich meines Arbeitsplans am Freitag habe ich mich dann spontan für die 800m und, weil einmal ja kein Mal ist, auch gleich noch für die 1500m am Samstag gemeldet.
Der Freitag kam, irgendwann war die Arbeit geschafft und ab ging es zum Hallo Sportpark. Die erste Begegnung mit der Spezies RetroRunner war überraschend: viele „normale“ Läufer und bekannte Gesichter, die im Saisonverlauf mal eben eine neue Perspektive der Belastung wählen.
Aber genug vom gucken, jetzt geht´s los: 800m Final der Männer (Final ist hier etwas übertrieben – es gab nur einen Lauf). Kein hauen, kein stechen – wer überholt bleibt auf der Innenbahn (er sieht ja schließlich nicht, dass er auf läuft), nur der Überholte wechselt kurz eine Bahn nach außen. Ein anstrengendes Laufen speziell weil die Konzentration nach den ersten paar hundert Metern stark einbricht. Aber auch, weil man gewohnt ist, dass die Welt beim Laufen auf einen zu kommt – beim RetroRunning entfernt sie sich von einem. Ganz neue Perspektiven des Tunnels J
Im Ziel angekommen konnte ich mich leider nicht auf die Zielzeit konzentrieren, zu groß war der Freudenausbruch. So ähnlich lief es dann auch über die 1500m am Samstag Vormittag. Und weil es so schön war, meldete ich auch noch spontan die 5000m abends nach (hier wurde ich übrigens Vize-Weltmeister).
Wenn ich mir jetzt im Nachgang die Zeiten anschaue fällt auf, dass man gar nicht so langsam ist:
800m – 3:14,58
1500m – 6:25,41
5000m – 22:18,86
Es gibt nur sehr wenige Läufe bei den ich im Ziel angekommen bin und erst einmal loslachen musste, obwohl die Lunge am Anschlag ist. Ich kann es jedem also nur weiter empfehlen – das nächste Mal 2018 in Irland.