Ohne langen Atem geht´s nicht

Ohne langen Atem geht´s nicht

Christian Laschet und Markus Stobbe finishen in Roth und Thun

Neben dem Ligabetrieb mit kürzeren Rennen locken die Sommermonate mit den großen europäischen Langdistanzen. An diesem Wochenende gingen für TRC Essen 84 Christian Laschet in Roth und Markus Stobbe im schweizerischen Thun an den Start.

Roth ist schon lange DAS Triathlon-Mekka und gilt als die beliebteste Veranstaltung über 3,86 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen, lediglich in Sachen Mythos ist der Ironman Hawaii noch ein bisschen voraus. In diesem Jahr machte sich Christian Laschet auf den Weg Richtung Nürnberg, um bei fast optimalen Bedingungen – einen stärkeren Schauer auf der Radstrecke einmal ausgenommen – die Herausforderung zu meistern. Am Main-Donau-Kanal ging es in morgendlicher Frische los, die Wassertemperatur erlaubte das Tragen eines Neoprenzanzugs, den zusätzlichen Auftrieb konnte Laschet für eine gute Schwimmzeit von 1.05 h nutzen, bevor es mit dem Radfahren an seine Paradedisziplin ging. Mit viel Druck in den Beinen ging es auf die hügelige Radstrecke mit den Stimmungsnestern Greding / Kalvarienberg, der Kanalbrücke an der ersten Wechselzone, welche dreimal überquert wurde und natürlich dem Solarer Berg, das l´Alpe d´Huez des Frankenlandes. Nach zwei fast gleich schnellen Runden stellte er das Rad nach 4.39 h in der zweiten Wechselzone am Ortsrand von Roth ab, um sich auf den zermürbenden Marathon mit viel Eintönigkeit am Kanal und kräftezehrenden Höhenmetern auf der zweiten Hälfte, insbesondere beim Anstieg nach Büchenbach, zu machen.
Auch den abschließenden Teil ging er außerordentlich couragiert an, bis zur Halbmarathonmarke lief er konstant einen Schnitt von weniger als fünf Minuten pro Kilometer, bevor die Anstrengung langsam einen Tribut forderte. Von da an hieß es, auf die Zähne zu beißen, was Laschet als erfahrener Athlet mit Bravour meisterte. Lediglich beim gnadenlosen Anstieg nach Büchenbach mit dem ersehnten letzten Wendepunkt am Dorfteich musste er etwas Tempo herausnehmen, schließlich geht es ab dort zwar tendenziell bergab, aber immer wieder gibt es mehr oder weniger unsichtbare, für das Auge kaum wahrnehmbare Anstiege, die man eben erst nach 35 km im Marathon spürt. Dennoch konnte er auf dem Rückweg nach Roth, über den Marktplatz in Richtung Zielbereich noch einmal Fahrt aufnehmen, letztlich erreichte er nach 9:37:06 h das Ziel und finishte ausgesprochen solide unter zehn Stunden, eine ähnlich magische Marke wie vielleicht einen Solomarathon je nach Leistungsvermögen unter vier oder drei Stunden zu bewältigen.

Zeitgleich trat Markus Stobbe in Thun auf den gleichen Distanzen an, allerdings ist die Radstrecke schweiztypisch noch einmal deutlich härter, immerhin ist der Marathon entlang des Thuner Sees und durch die Innenstadt flacher. Mit 1.12 h gelang ihm ein starker Schwimmauftakt, beim Radfahren setzte er auf Gleichmäßigkeit, in dem er eher konservativ anging und die zweite Runde sogar etwas schneller absolvieren konnte. 6.22 h sind angesichts von 2200 Höhenmetern eine sehr starke Leistung, die für den Marathon noch viele Optionen ließ. Stobbe fand schnell einen guten Rhythmus und lief die ersten Kilometer in Bereichen von knapp über fünf Minuten pro Kilometer an. In Richtung Halbmarathon wurde er etwas langsamer, lief aber weiter ein konstantes Tempo im Bereich 5.30/5.40 min pro Kilometer, lediglich auf der letzten Laufrunde musste er etwas deutlicher rausnehmen, dennoch reichte es mit einem ordentlichen Marathon zu guten 13:02:19 h, aufgrund der topographischen Herausforderungen eine absolut beachtliche Leistung.

Beiden Startern wünschen wir eine gute Erholung und dass sie möglichst lange von den überwältigenden Eindrücken zehren können.

Pierre Zang