Der Weg nach Kamen begann bei mir mit einer Schrecksekunde, da ich meine Trinkflaschen fürs Rad zu Hause vergesse hatte. Am Parkplatz angekommen haben wir uns als TRC Team sofort gefunden und die Jungs vom DLC Aachen haben mir eine Flasche geliehen.
Irgendwie hatte mich der Zickzackkurs (Wettkampfbedingte Umleitung) zum Parkplatz völlig orientierungslos gemacht. Deshalb war ich auf Tobias, Danny und Sven angewiesen, den Weg zur 2. Wechselzone zu finden. Danach ging’s entlang der Rennstrecke, Maik Bernhardt jagte bereits im Landesligarennen über die Piste, zum Schwimmstart und 1. Wechselzone. Wir waren ein wenig irritiert, dass es keine richtigen Radständer, sondern nur Absperrgitter gab. Aber Danny besorgte kurzerhand ein zusätzliches Absperrgitter und wir konnten uns häuslich in der Wechselzone ausbreiten.
Die Bahneinteilung gab vor, dass ich auf Bahn 2 von Tobias Bahn 1 und Sven Bahn 3 flankiert wurde. Das übliche Absprechen wer wie schnell schwimmt, brachte wie immer nur bis zum Startschuss etwas. Das Schwimmen lief aus meiner Sicht nicht wirklich Rund. Zwei Unterbrechungen waren daran Schuld. Zunächst gab es einen Frontalzusammenstoß mit entgegenkommenden Startern, der 4 Teilnehmer zum ungeplanten Zwischenstopp zwang. Für die zweite Unterbrechung sorgte ein Teilnehmer der schon nach 900m das Becken verließ und ich dadurch verunsichert wurde.
Auf dem Rad ging es direkt Vollgas als letzter aus dem Team gegen den stetigen Wind. Runde für Runde konnte ich meine Plazierung verbessern und schließlich kurz vor Radschluss zu Tobias und Sven aufschließen. Sven konnte mir zum Glück noch etwas Flüssigkeit geben, da ich mit der einen Flasche doch nicht ganz hinkam. Der Wind zwang dazu sich seine Kräfte gut einzuteilen und einige holprige Stellen und Kurven hielten zur ständigen Konzentration an. Zusätzlich rutschte meine Garmin Uhr von der Lenkerhalterung und ich ich musste wegen des defekten Armbandes ständig daran rumfummeln damit sie nicht vom Lenker fiel.
Relativ zeitnah kamen Sven, Tobi und ich in die 2. Wechselzone. Mit etwas Rückstand kam Danny dahinter nach, der bei dem Wind Schwierigkeiten hatte einen guten Rhythmus zu finden. Jetzt ging es daran 4 Bändchen zu sammeln und das möglichst schnell. Ich widerstand dem Drang wie andere ein irres Tempo auf der Laufstrecke anzuschlagen und konnte viele, welche diese Fehler begangen auf den nachfolgenden Runden überholen. Unerwartete Unterstützung erhielt unser TRC Team dabei von den Starlight Team Betreuern, die auf wegen des Starts ihres Frauenteams vor Ort waren. In solchen Fällen halten Essener zusammen und wir bedanken uns für die Anfeuerungen an denen nicht zuletzt Danny maßgeblich beteiligt war. Tobias konnte mir mit knapp 20Sekunden Abstand auf der Laufstrecke folgen, so dass ich als 8., Tobi als 10., Sven als 20. und Danny als 50. die Ziellinie überquerten.
Das Resultat kann sich sehen lassen. Wir belegten einen 5. Platz in der Teamwertung, was einen guten 3. Platz in der Tabelle, nach 3 von 5 Rennen, macht. Es ist also weiterhin alles drin.
Meine Orientierungslosigkeit und die weiterhin bestehenden Absperrungen ließen mich den Weg zur Autobahn nicht direkt finden, aber ich hab es, kaputt aber glücklich über einen tollen Wettkampftag, bis nach Hause geschafft.