Am 31.05.2015 fand in Berlin mit insgesamt 10.000 Teilnehmern der diesjährige Velothon statt. Auf dem Programm standen u. a. zwei Jedermann-Radrennen über 60 km und 120 km. Gemeinsam mit 3.631 Mitstreitern begab ich mich bei idealen äußeren Bedingungen auf die 120-km-Strecke und erreichte als 656. nach 3:00:40 h das Ziel.
Der Rundkurs führte uns zunächst von der Siegessäule aus am Brandenburger Tor und am Potsdamer Platz vorbei Richtung Spandau. Dann ging es durch Grunewald entlang der Havel in südliche Richtung über die Stadtgrenze hinaus nach Brandenburg. In Ludwigsfelde drehte der Kurs Richtung Norden und wir erreichten über eine autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraße mit fast 50 km/h wieder die Hauptstadt. Im Zickzack ging es auf breiten Straßen zurück auf die Straße des 17. Juni, wo sich das Ziel befand.

Ich hatte mich gleich zu Beginn hinter einer Gruppe Vereinsfahrer eingeordnet, die sehr diszipliniert einen Pulk von mehr als hundert Fahrern anführten. Diese Position musste ich mir an den Anstiegen durch kurze Antritte stets wieder neu erarbeiten, da sich auf den langen Flachstücken immer wieder Fahrer vor mir einsortierten. Mit Erreichen der Stadtgrenze Berlins, etwa 15 km vor dem Ziel, konnten die Vereinsfahrer ihre Position nicht mehr behaupten. Denn von hinten drängten immer mehr ausgeruhte Fahrer nach vorne. Trotz der Tempoverschärfung konnte ich meine Position zunächst halten. Etwa 1 km vor dem Ziel habe ich das Tempo dann etwas reduziert, da ich mich aus dem Gedränge auf der Zielgeraden heraushalten wollte.
Für einen Triathleten ist ein solches Radrennen, bei dem man permanent in großen Gruppen unterwegs ist, eine ganz besondere Erfahrung. Es ist jederzeit höchste Konzentration erforderlich, da man Strecke und Vorausfahrende immer im Blick haben muss. Straßenbahnschienen, Engstellen und Fahrbahnteiler etc. waren zu passieren, so dass ich von den vielen Sehenswürdigkeiten nicht viel mitbekommen habe.
Ich habe den Velothon als eine bestens organisierte Veranstaltung erlebt, die viel Spaß macht, aber auch mit einem gewissen Sturzrisiko verbunden ist. Der Veranstalter bemüht sich, dieses Risiko durch den Einsatz von mitfahrenden Safety-Guides und mit Hilfe einer vorbildlichen Streckensicherung zu minimieren. Bemerkenswert auch, dass die gesamte Strecke für den übrigen Verkehr gesperrt war.
Peter