Zahlen und Fakten zu Glücksspielen

Juli das Onlineglücksspiel freigegeben. Doch ihr wichtigstes Ziel dürfte die Politik verfehlen: den Schwarzmarkt auszutrocknen.

  • Umsatzsteuer und Glücksspielsteuer für Anbieter
  • Besteuerung von Lotteriegewinnen (Abgeltungsteuer, Freigrenze)
  • Steuermodelle der Bundesländer für Spielbanken und Spielhallen
  • Einnahmen des Staates aus der Glücksspielabgabe
  • Finanzierung von Sport- und Kulturförderung durch Glücksspiel
  • Steuerliche Behandlung von Sportwetten-Einnahmen

Lexikon, zuletzt bearbeitet am: 27.04.2026 6 Kommentare 3 Bewertungen Ist Online-Glücksspiel in Deutschland erlaubt oder verboten? Neue Rechtslage seit dem 01.07.2021 für Online-Glücksspiel Juristisch definiert versteht sich das Glücksspiel als eine Tätigkeit, in deren Verzug auf den Ausgang einer bestimmten Situation gewisse Vermögenswerte gesetzt werden. Der Ausgang des Spiels beruht hierbei nicht auf der Geschicklichkeit, die die Spieler beweisen, sondern vielmehr auf einem Zufallsprinzip.

Zu welchen gesundheitlichen Folgeschäden kann Glücksspiel führen?

Mehr als zwei von fünf Deutschen haben in den vergangenen zwölf Monaten an einem Glücksspiel online- oder offline teilgenommen. Das könnten demnächst wohl noch mehr werden: Im Juli dieses Jahres wurde der Online-Glücksspielmarkt in Deutschland legalisiert. Online-Angebote wie Sportwetten, Poker und sogenannte Automatenspiele sind nun erlaubt. Auch in vielen anderen Ländern weltweit haben Spielerinnen und Spieler viele Möglichkeiten zu wetten und ihr Geld einzusetzen in der Hoffnung, dass es mehr wird. In unserem aktuellen International Gambling Report 2021 Dass in Deutschland das Online-Glücksspiel weitgehend legalisiert wurde, greift auch den Wunsch vieler Spielerinnen und Spieler auf, online zu wetten: 58 Prozent aller, die schon einmal an Online-Glücksspiel teilgenommen haben, ziehen die Online- der Offline-Variante vor.

Virtuelle Automatenspiele

In anderen Ländern ist die Vorliebe für Online-Glücksspiel noch ausgeprägter: In Indien, Großbritannien und Italien haben sie 76 bis 69 Prozent der von uns repräsentativ Befragten. Zusammengefasst für alle 13 analysierten Märkte gilt: Klassische Lotterie und Sportwetten sind mit Abstand die beliebtesten Online-Glücksspielarten. In Italien sind Sportwetten und Pokern besonders beliebt, in Indien Fantasy Sports. Hier sind die Spieler quasi eine Art Trainer und Manager und stellen virtuell eine Mannschaft aus Spielern zusammen, die es wirklich gibt. Ihre Punktzahl bemisst sich dann zum Beispiel an den erzielten Toren oder am Ballbesitz der jeweiligen Spieler im real laufenden Spielbetrieb.

Die Regulierung des deutschen Glücksspielmarktes

Wer Lotto spielt, hat die Frage wohl schon das ein oder andere Mal gehört: Und, was würdest du mit dem Geld machen? Und dann beginnt die Träumerei von einem Leben, in dem Geld plötzlich eine ganz andere Rolle spielt als vorher. Tatsächlich ist unter Online-Glücksspielern im internationalen Vergleich das die am häufigsten genannte Motivation, Lotto zu spielen: sich auszumalen, was man mit dem vielen Geld alles machen könnte. Bei den anderen Online-Glücksspielen geht es vermehrt aber um etwas anderes: Spaß. Das ist die weltweit am häufigsten genannte Antwort (41 Prozent) noch vor dem Traum vom Reichtum und dem konkreten Ziel, mit dem Glücksspiel viel Geld zu gewinnen, was schon statistisch nur für cas online casino 10 euro einzahlung bonus die allerwenigsten möglich ist. In Deutschland hat der Glücksspielmarkt im Jahr 2019 einen Bruttospielbetrag von über 44 Milliarden Euro (Höhe der Spieleinsätze) erzielt, wobei Geldspielautomaten den größten Anteil hatten.

  • Werbekampagnen für Sportwetten im Fernsehen und Online
  • Sponsoring von Fußball-Bundesliga-Vereinen und -Stadien
  • Social-Media-Marketing und Influencer-Kooperationen
  • Verbotene Werbung und rechtliche Grenzen
  • Prominente als Werbegesichter für Glücksspielmarken
  • Bonussysteme und Werbeaktionen für Neukunden

Es gibt vier Hauptarten von Glücksspielen: Geldspielautomaten, Kartenspiele, Roulette und Sportwetten. Seriöse Glücksspiele sind durch staatliche Lizenzen rechtlich abgesichert.

Spielart Steuersatz Bemessungsgrundlage Höhe der Steuerfreiheit
Sportwetten (online & stationär) 5.0% Einsatz (Steuer wird vom Anbieter abgeführt) keine (Steuer auf Umsatz)
Online-Casinospiele 5.3% Einsatz keine (Steuer auf Umsatz)
Spielautomaten (Gaststätten) bis zu 20% Spielertrag (lokale Regelung) keine
Lotto & Toto (Klasseglücksspiel) 16.67% Umsatz (vom Veranstalter abgeführt) Gewinne bis 1.000 € steuerfrei

Der Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) regelt das Glücksspielwesen in Deutschland. Mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag, der am 01.07.2021 in Kraft getreten ist, wurde eine einheitliche Regelung für das Glücksspiel im Netz festgelegt. Die wichtigsten Änderungen betreffen die Einführung eines Spielerkontos, Identifizierung und ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat.

3. Forschungsaufträge der GGL

Die finanziellen Folgen für Betroffene sind oft gravierend, Schulden und familiäre Belastungen sind keine Ausnahme. Zugleich belegen die hohen Erfolgsraten in ambulanten und stationären Beratungsangeboten, dass frühzeitige, professionell begleitete Hilfe wirksam ist. Illegales Glücksspiel in Deutschland und bisher nicht zugelassene Online-Geldspiele sind nach einer aktuellen Studie weit stärker auf dem Vormarsch als der regulierte Markt. Das Wachstum des gesamten deutschen Glücksspielmarktes um acht Prozent im Jahr 2015 ist "vornehmlich auf die Ausdehnung des nicht-regulierten Marktes zurückzuführen", wie aus einer Branchenanalyse des "Handelsblatt Research Institute" hervorgeht. Das Marktvolumen nicht zugelassener Angebote steige jährlich um etwa 30 Prozent.

8000 Spielhallen-Jobs in Gefahr: Game over im Ländle

Der überwiegend aus Online-Angeboten bestehende unkontrollierte Glücksspielmarkt sei mit einem Anteil von 22 Prozent zwar deutlich kleiner, weise aber seit Jahren stärkere Wachstumsraten auf, heißt es in der Studie für den privaten Anbieter Löwen-Entertainment und die staatliche Gesellschaft West-Lotto. Der Online-Markt wachse rasant, es seien vermehrt neue Angebote und Spiele zu erwarten. Der gut 14 Milliarden Euro umfassende Glücksspielmarkt in Deutschland ist in einen staatlich regulierten, einen nicht-regulierten ("grauen") sowie einen "schwarzen Markt" aufgeteilt. In Deutschland sind weitgehend die Bundesländer für die Regulierung von Lotterien, Sportwetten oder Kasinospielen zuständig. Für die meisten Glücksspiele gilt nach wie vor ein staatliches Monopol.

Sind die Risiken von Glücksspielen bekannt?

Lediglich für private Sportwettenanbieter wurde der Markt geöffnet. Online-Glücksspiel ist verboten, denn der Staatsvertrag sieht keine bundesdeutschen Online-Casino-Lizenzen vor. Nur einige Ausnahmen mit einer Lizenz aus Schleswig-Holstein sind beschränkt zugelassen. Mitte März hatten die Ministerpräsidenten der Länder eine Reform des Glückspielstaatsvertrages beschlossen. Danach wird die Vergabe von Sportwetten-Lizenzen ab 2018 neu geregelt. Öffentliche Glücksspiele sind in Deutschland grundsätzlich verboten, um Spieler zu schützen und Kriminalität im Glücksspielwesen zu bekämpfen.

  • Deutscher Lotto- und Totoblock (DLTB) als Dachverband der Landeslotterien
  • Deutscher Sportwettenverband (DSWV) als Interessenvertretung
  • Arbeitskreis Glücksspielsucht und Fachverbände der Suchthilfe
  • Vereine und Verbände der Spielbanken und Spielautomatenhersteller
  • Branchenmessen und Kongresse (z.B. ICE London mit deutscher Beteiligung)

Strafen für illegales Glücksspiel können Freiheitsstrafen oder Geldstrafen sein.

aus Forschung und Verwaltung

Die größte Wahrscheinlichkeit, Geld gewinnen zu können, wird bei Finanzwetten gesehen. Die Motivation Spaß wird am häufigsten bei Poker genannt. Im weltweiten Schnitt betreiben deutlich mehr Männer als Frauen Glücksspiel. Besonders ausgeprägt ist das in Italien und Singapur. In Großbritannien ist das Frauen-Männer-Verhältnis (44 zu 56 Prozent) noch relativ ausgewogen.

Glücksspielwerbung im Fernsehen und im Internet im Spannungsfeld von Kanalisierung und Suchtprävention

In Deutschland überwiegen deutlich die männlichen Spieler.Zu einer Analyse des Glücksspielmarktes gehört automatisch auch die Frage nach dem verantwortungsvollen Umgang mit Gefahren wie Spielsucht oder anderem problematischen Spielverhalten. Auch die haben wir gestellt - und die Antworten korrespondieren mit der grundsätzlichen Bestandsaufnahme, in welchem Land wie viele Menschen wetten und spielen.So finden besonders wenige Befragte, dass in Großbritannien und Italien die Glücksspielregeln zu streng seien – das sind die beiden Länder, in denen nach Indien am meisten online gespielt wird. Der Schluss liegt nahe, dass strengere Regeln dazu führen können, dass weniger Menschen Glücksspiel betreiben. Umgekehrt ist die Zustimmung zu einer anderen Aussage in Italien und Großbritannien besonders hoch - und zwar die, dass Glücksspielunternehmen Probleme rund um Glücksspiel nicht ernst genug nehmen (69 bzw. 66 Prozent).

Was besagt der neue Glücksspielstaatsvertrag?

In Deutschland und den USA sehen das rund die Hälfte so. Allerdings gibt es einen großen Unterschied zwischen Spielern und Nicht-Spielern sowie verschiedenen Altersgruppen. Während im weltweiten Schnitt rund 34 Prozent der jungen Spieler überzeugt sind, dass Glücksspielunternehmen sich ums Wohlbefinden der Kunden sorgen, sehen das unter den älteren Nicht-Spielern nur sechs Prozent so. Die Älteren sind es auch, die häufiger als die 18- bis 44-Jährigen der Meinung sind, dass Online-Glücksspiel überhaupt nicht erlaubt sein sollte. Der International Gambling ReportMehr zum Thema: Nach zehn Jahren Streit hat Deutschland jetzt zum 1. Online-Glücksspiel befand sich bis vor kurzem in Deutschland in einem Graubereich. Zum 01.07.2021 hat der neue Glücksspielstaatsvertrag jedoch die Rechtslage für Online-Glücksspiele geändert und Lizenzen können nun auch in Deutschland erworben werden.

Spezielle Ratgeber zum Glücksspielrecht

Nach dem 2012 vereinbarten Glücksspielstaatsvertrag sollten die Länder eigentlich für sieben Jahre 20 Konzessionen an Sportwetten-Anbieter vergeben. Dies ist aber nicht gelungen, weshalb jetzt die Länder eine Reform beschlossen haben. Alle Anbieter agieren bisher auf einem "grauen Markt". Sie unterliegen keiner deutschen Regulierung, dürfen ihre Dienstleistung aber anbieten. Auf dem regulierten Markt agieren Anbieter mit einer deutschen Lizenz.

Glücksspiel in Deutschland

Das sind etwa die staatlichen Lotterien, erlaubte Sportwetten staatlicher Anbieter, Spielbanken, Geldgewinnautomaten in Spielhallen und Gaststätten oder Pferdewetten. Der regulierte Markt war 2015 mit Bruttospielerträgen von 10,4 Milliarden Euro der Studie zufolge das mit Abstand größte Segment. Der illegale Schwarzmarkt umfasse Glückspielanbieter ohne eine Lizenz. Er wird auf ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro geschätzt. Auf dem nicht-regulierten Markt mit einem Volumen von 2,3 Milliarden Euro agieren Anbieter mit einer Konzession aus einem anderen EU-Staat.

Regelwerk weist legales Angebot in Schranken

Das sind unter anderem private Anbieter von Sportwetten oder Online-Spielen. Etwa vier Fünftel des Volumens im nicht-regulierten Bereich entfallen laut der Studie auf Online-Angebote für Poker, Casinos, Sport- und Pferdewetten oder Online-Zweitlotterien. Online-Casinos dominierten, "obwohl die Zulassung - anders als für private Sportwetten - nach deutschem Recht zu keinem Zeitpunkt gegeben war oder vorgesehen ist", heißt es. "Nicht-regulierte Anbieter haben im Vergleich zu regulierten Anbietern ihre Werbeausgaben in den vergangenen Jahren besonders deutlich gesteigert und erschweren Spielern über ihre öffentliche Darstellung die Unterscheidung zwischen zugelassenen und nicht zugelassenen Angeboten in Deutschland", heißt es weiter. Insgesamt hätten sich die Werbeausgaben der Glücksspielanbieter in den vergangenen fünf Jahren auf 390 Millionen Euro fast verdoppelt. Die Umsätze im Bereich Glücksspielmarkt steigen und steigen.

Jahr Lizenzierte Anbieter (Sportwetten) Lizenzierte Anbieter (Online-Casino) Gesamt
2022 15 0 15
2023 27 12 39
2024 32 19 51
2025 (Prognose) 35 25 60

In Deutschland wurde im Jahre 2019 im gesamten Glücksspielmarkt (legal) ein Bruttospielbetrag von über 44 Milliarden erzielt.