Gran Fondo Quebrantahuesos 2018

Gran Fondo Quebrantahuesos 2018

Dass ich Spanien- und Pyrenäen-Freund bin, brauche ich hier wohl nicht mehr schreiben. Aber warum dass so ist, möchte ich Euch anhand einer Radveranstaltung näherbringen, die auch dieses Jahr wieder mehr als 10.000 Teilnehmer in ihren Bann zog. Radsport pur!!!!
Die Gran Fondo Quebrantahuesos ist nach deutschen Wortlaut ein Radmarathon, und zwar mit 200km und 3.800HM.  Jedoch sind diese in Spanien eher Rennen, an denen Jedermänner, Amateurfahrer und Ex-Profis teilnehmen. Der Namensgeber, der Quebrantahuesos ist übrigens der hier heimische Bartgeier.
Am 23.06.2018 begann unser Tag um 4Uhr morgens. Nach einem schnellen ersten Frühstück fuhren wir in Zaragoza los Richtung Sabinanigo (Provinz Huesca) um schließlich bei bestem Wetter um 07:15 Uhr bei 11°C zu starten. Es waren vier Monumente, die Ihr aus dem Fernsehen kennt zu erklimmen: den Somport (17km), den Marie Blanc (9km), den Portalet (27km) und den Hoz de Jaca (9km). Vom Marie Blanc sagt Fernando Escartin, früherer Kelme Profi und heute Organisationsdirektor, es sei der schwerste Berg der Pyrenäen.

In diesem Jahr waren bekannte Größen wie Miguel Indurain, Melcior Mauri, Óscar Pereiro, Abraham Olano, Haimar Zubeldia und Joaquim ‘Purito’ Rodríguez dabei und ich nehme es vorweg – ich habe in diesem Jahr nichts mit dem Ausgang des Rennens zu tun, denn die Siegerzeit lag wieder und trotz heftigem Wind unter 5:30h.
Die Organisation bekommt von mir 10 Punkte (von 10), denn die Straßen waren auf spanischer Seite komplett gesperrt. Die Quantität und Qualität der Verpflegungsstellen waren top. Mehrere mobile Werkstätten sowie eine ganze Flotte von Mavic-Autos und -Motorrädern waren im Einsatz sowie geschätzt mindestens 100 Rettungswagen – ich habe sie morgens auf einem Messeparkplatz gesehen bei deren Abfahrt.
Die spektakuläre wilde Landschaft, das traumhafte Panorama mit hochalpiner Beleuchtung, die vielen vielen Zuschauer an der Straße und an den Skistationen und Anstiegen, die sportbegeisterten Basken – ihr kennt sie aus dem Fernsehen, die jeden anfeuern und anschieben wollen – all das ist Gänsehaut pur und bekommt von mir 11 Punkte (von 10).
Zu meinem Leidwesen ist auch das Niveau der Teilnehmer Top. Ich bemerke das immer wenn ich im Urlaub mit meinen Freunden vom Club Ciclista Zarabici fahre. Es herrscht ein komplett anderer Spirit als bei den RTFs in Good Old Germany, wo man losradeln kann, wann man will. Hier starten 10.000 Teilnehmer gleichzeitig im gemeinsamen Massenstart, wobei ich erst 5min nach dem Startschuss über die Starlinie rollte. Dazu noch ein paar Zahlen:
Unsere Durchschnittszeit lag bei 7:30h bei 40 Zarabici-Teilnehmern (Bestes Team), beste Zeit knapp 6h (Gesamt-Platz 157), beste Frau 6:50h (Gesamtzweite). Meine Zeit 7:59h (Platz 3.924). Aber es gibt auch Leute die 11:30h unterwegs waren. Wer hier ankommt, der wird hier anders angesehen – das ist die Referenz – das ist die Tour für Nicht-Profis.
Nun muss ich Euch leider noch etwas einbremsen in all der Begeisterung. Ich habe viele Stürze gesehen, nicht nur bei den Abfahrten. Die werden schon mal mit 100km/h gefahren. Es gibt auch hier viele Chaoten, sodass es auch leider große Gruppenstürze gibt.
So nun hoffe ich, dass Ihr Lust auf die Pyrenäen bekommen habt und vielleicht ergibt es sich ja, dass wir mal zusammen in die Pyrenäen fahren.
Hier ein kleiner Eindruck mit bewegenden Bildern: https://www.youtube.com/watch?v=8cA_vVQQ4To

Bericht & Fotos: Thomas Goebels

Carsten im Brahm