Manche Ziele sind weit mehr als nur ein Wettkampf – sie sind echte Lebensräume! Hinter dem Erreichen eines solchen Meilensteins steckt oft eine Geschichte, die weit über bloße Leistungsdaten hinausgeht.
Unsere Athletin Mareike hat sich beim legendären Norseman Extreme Triathlon einen dieser ganz großen Träume erfüllt. Wenn man bedenkt, welche gesundheitlichen Hürden sie in den Monaten vor dem Start meistern musste, bekommt dieser Tag eine noch viel größere, fast magische Bedeutung.
Weil diese Story so unglaublich packend und inspirierend ist, lassen wir sie am besten direkt selbst zu Wort kommen:
„This is not for you.“ Mit diesem harten Slogan wirbt der Norseman Extreme Triathlon. Wer diesen Wettkampf finishen will, muss bereit sein, an seine absolute Schmerzgrenze zu gehen.
Das Rennen verlangt den Teilnehmenden alles ab:
* Morgendlicher Start um 5:00 Uhr mit dem legendären Sprung von einer Fähre ins dunkle, nur 14 Grad kalte Wasser.
* 3,8 km Schwimmen, gefolgt von 180 km Radfahren durch die brutale, aber malerische Natur Norwegens mit über 3.000 Höhenmetern und Wetterkapriolen, die alle vier Jahreszeiten an einem Tag vereinen.
* Zum Abschluss 42,2 km Laufen – mit dem ultimativen Ziel auf dem Gaustatoppen auf 1.800 Metern Höhe.
Aber Achtung: Nur die schnellsten 160 Athleten erreichen das begehrte Black Finish ganz oben. Alle anderen beenden das Rennen kurz vor dem letzten steilen Anstieg als White Finisher.
Zusätzlich fordert das Rennen ein starkes Support-Team, das nicht nur die komplette Logistik stemmt, sondern die Athleten beim letzten, erbarmungslosen Anstieg persönlich begleiten muss.
Schon am Start ein Geschenk
So verrückt es klingen mag – für mich war allein die Teilnahme ein riesiges Geschenk. Erstens überhaupt einen der heiß begehrten Startplätze ergattert zu haben – bei über 8.000 Bewerbern für nur 250 Plätze! Und zweitens nach einem schweren Radunfall vor gerade einmal drei Monaten allen Prognosen getrotzt zu haben, um überhaupt an der Startlinie zu stehen. Das fühlte sich bereits an wie der erste, halbe Sieg.
Geschenkt wird einem bei diesem Event allerdings absolut gar nichts.
Das Schwimmen ist eisig und durch die Strömung der ablaufenden Tide in diesem Jahr sogar noch länger als gewohnt. Auf dem Rad friere ich lange und finde anfangs keinen Rhythmus. Harte Anstiege, Temperaturen um 4 Grad und heftiger Gegenwind zehren an den Kräften.
Beim Laufen geht es nach 25 flachen Kilometern steil bergauf: 1.700 Höhenmeter warten, davon die letzten 600 Meter auf eiskaltem, felsigem Untergrund bei schlappen 3 Grad und eisigem Wind.
Aber: Es ist einfach absolut episch!
Nothing can prepare you …
Vom Sprung von der Fähre über den im Dämmerlicht fast mystischen Fjord mit seinen donnernden Wasserfällen bis zur fordernden, wunderschönen Radstrecke: Diese Ausblicke kann kein Foto der Welt gerecht einfangen. Und erst recht nicht das atemberaubende Finale auf dem Gaustatoppen!
Wie treffend sagt ein Sprichwort über dieses Rennen: *„Nothing can prepare you for the utter beauty of this race.“*
Inmitten dieser einsamen, rauen Natur ist es vor allem die Menschlichkeit, die tief berührt. Selbst in den entlegensten Winkeln feuern Einheimische die Starter an – echte Hotspots der Herzlichkeit! Auch unter den Athleten und vor allem durch die eigene Crew spürt man einen unglaublichen Zusammenhalt. Am Ende ist dieser Erfolg eine reine Teamleistung!
Dank der grandiosen Unterstützung meiner zwei Jungs geht es mir im Rennverlauf körperlich immer besser – fast so, als würde ich die positive Energie förmlich aufsaugen, statt sie zu verlieren. Ich genieße jeden Meter: die Natur, die Interaktionen, ja, sogar die harten Strapazen. Ich habe ein dauerhaftes Grinsen im Gesicht!
Das ersehnte Black Finish 🖤
Nach knapp 12,5 Stunden Rennverlauf kommt der entscheidende Cut-off näher. Umso unwirklicher fühlt es sich an, als wir mit Position 65 den offiziellen Zugang zum Black Finish erhalten!
Gemeinsam mit Jens bewältige ich die letzten 4,7 Kilometer und 600 Höhenmeter durch eine Landschaft, die direkt von einem anderen Stern stammen könnte. Umjubelt von Touristen und Supportern ist es vollbracht: Das Ziel ist erreicht. Das legendäre Black Finish!
Beim Versuch, diese Emotionen in Worte zu fassen, kullern immer noch die Tränen vor Freude. 🥹
Stolz. Dankbar. Glücklich.
Ein historischer Erfolg für den TRC
Gesamtzeit: 13:36 Stunden | 226 km | über 5.000 Höhenmeter!
Von Eidfjord bis ganz nach oben auf den Gaustatoppen: Wir ziehen den Hut vor dieser titanischen Leistung, liebe Mareike! Der gesamte TRC Essen 84 gratuliert dir und deinem großartigen Support-Team von ganzem Herzen zu diesem unvergesslichen Meilenstein!







